selbstzerstörung offenbart
Dienstag, 26. April 2011
hauch
ich würde gerne meine haut abziehen. mir mein gesicht ausziehen. ausgestoßen. meine gebärden sterben in mir. leben stirbt in mir. ein kahles feld. unbestellt. unfruchtbar. ich verletze menschen ohne absicht. steche ihre köpfe auf und trinke ihr herausquillendes hirn. innereien werden von der intensität der gefühle zerfetzt. blutsalat. tief aus mir schreit die sehnsucht in die leere meiner seele. ich kann nicht mehr luft holen. ersticke am vakuum der zeit. da ist nichts. eine unbekannte angst fesselt mich und foltert mich halblebendig. ich reiße einzeln meine fingernägel aus. ich vernähe meinen mund. steche beide augen aus. wann entweicht meine seele?
in mir
während die welt schläft, trage ich blutige kriege in mir aus. da ist nichts. ich laufe über. regungen, die mit mir keinen ausdruck finden. von innen stichts herauß. ich sickere in den boden. regungslos. alles um mir kleidet sich mit bewegung. mein mantel ist stillstand. und überhaupt hat er löcher. das denkende geht zu grunde. mein leben leblos. mein körper substanzlos. der geist entnabelt. die sinne sinnlos. seelisches erbrechen. ein drang. ein zwang. nebel leben. ohne Ich.
nachtwach
alles unwahr und fern jeglicher realität. die realität ist dünn und losgelöst von diesem ort. das fremde gefühl durchfährt meinen ganzen körper und bestimmt mich. meine vergangenheit wirkt vergessen und nie dagewesen. ich bin nicht wirklich und mein leben ist trugbild. aus der ferne schallts zurück, doch auch hier ist nichts. ich bin auflösung. was einst war ist schon lange fort. entschwunden ins nichts der leere. so wie alles passiert, passiere auch ich. wechselwirkend vergehe ich. ich bin nicht mehr. von mir ist nicht mehr viel übrig. wie ein traum erscheint mir alles. ein traum, in dem ich mich nicht bewegen kann. dinge geschehen und ich kann nichts kontrollieren. wann ging ich verloren? schleichend kam das nichts und sogleich verschluckte es mich auch. nichts. in welcher dimension schwebe ich fremdgesteuert ins nichts? faulig fallen mir meine arme und beine ab, wie morsche äste von einem baum. aus meinen poren läuft das dickflüssige gift. die intensität des gefühlten zweiteilt körper und geist. ich bin halb am leben. wie maden durch verwestes fleisch fressen sich meine gedanken durch mein hirn. zersetzt bricht es in mich ein. zerstört laufe ich aus. die träume fließen in vielen rinnsälen zusammen und münden in ein unendliches meer. ich ertrinke. am grund des bodens bleibe ich liegen. ich gebe mich auf.
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