

wozu besitze ich hände, wenn ich nicht weiß was ich tun soll.
warum habe ich füße, wenn mir nichts ferner liegt als der ort an den sie mich tragen sollen.
was soll mein mund in die welt rufen, wenn ich die botschaft nicht kenne.

mein atem war gestorben
fratzen säumten den weg
ich hatte mein bewusstsein verloren
was noch was ist realität
die angst war alles was ich kannte
beherrscht von jeder anormalität
als ich durch die nacht rannte
was noch was ist realität
ist es das mein leben
voller fremder fatalität
und das vorige hats nie gegeben
was noch was ist realität
was ist furchtbare täuschung
und schreckliche emotionalität
in der exzessiven berauschung
ist was noch was meine realität

und der mensch der bohrt
gierig nach macht
gierig nach geld
gierig nach öl
das wasser ist dem schwarzen gold gewichen
anstelle von fischen schwimmt nun totes geld
anstelle von vögeln fliegt nun leere macht
was habt ihr getan?
nichts
was werdet ihr tun?
gar nichts
und der mensch der stirbt
wegen macht
wegen geld
wegen öl




ich möchte mich
nicht mehr
müssen zu
denken
entführtest mich
nächtliche
schwärze deine
arme
erdrücken meinen
seelengrund und
verschlungene kräfte
öffneten roten
korbesbrust
lust zu
ertrinken im
meereshirn
rankten sich
gewinde voll
eider erfroren
erkoren
hände des
zweifels trunken
in nichts lauter offener
krampfesadern
erinnern an
mächte um mich
schlagender uhren
verworrene
musik des dunkel
tag
ich möchte
nichts
erkennend
verkennende
erschöpfen
sollen


verschlingendes erdreich
friss meine tränenden augäpfel
mit deiner schönheit
zerstörerisches weltbild
erdrossle meine verblühenden sinne
mit deiner unendlichkeit
verstörender planet
erdrücke mein blendendes empfinden
mit deiner grenzenlosigkeit
herrscherische kugel
zermalme meine verkrüppelten ohrmuscheln
mit deiner grausamkeit
unbestimmte materie
erstich mein einzig sein
mit deiner bestimmtheit


ich bin nichts
ich bin der eine, der alleine in einer bar sitzt, in der hoffnung jemand könnte ihn ansprechen
ich bin die, die sich auf der straße ihren körper verkauft, weil sie sonst von ihren schleppern misshandelt und vergewaltigt wird
ich bin der eine, der nachts ohne ziel mit der straßenbahn fährt, nur um nicht wieder in seine leere wohnung zurück zu müssen
ich bin die, die mit einer überdosis ins krankenhaus eingeliefert wird, weil sie die falschen leute zur falschen zeit kennengelernt hatte
ich bin der, der jeden abend woanders ist, aus sorge er könnte etwas verpassen
ich bin die, die alleine in ihrem zimmer sitzt, vollkommen isoliert von allem
ich bin der, der unter panickattacken leidet und am abend angst vor morgen und am morgen angst vor heute hat
ich bin die, die jeden von sich stoßt bevor jemand sie von sich stoßen kann und deswegen immer alleine ist
ich bin der, der unter depressionen leidet und sich fragt wie es sich anfühlt, wenn das blut warm über seine hand fließen würde
ich bin die, die fünf kinder hat und diese über alles liebt und der trotzdem etwas fehlt im leben
ich bin der, der fünf kinder und eine firma hat und seine nachkommen selten sieht, weil er nie zu hause ist
ich bin die, die auf asyl hofft und ein neues leben aufbauen will, weil ihr altes zerstört wurde
ich bin der, der seit jahren auf der uni ist und trotzdem niemanden kennt
ich bin die, die ungewollt schwanger wurde und deshalb von allen alleine gelassen wurde
ich bin der, der im gefängnis sitzt und voller reue auf eine zweite chance hofft
ich bin die, die in ein neues land und überall verstoßen wird weil die politik es so will
ich bin der, der sich abend für abend betrinkt um aus seiner persönlichen hölle realität zu flüchten
ich bin die, die sich hinter kleidung versteckt, um ihre unsicherheit zu verbergen
ich bin der, der glaubt viel zu alt zu sein um sein leben zu verändern
ich bin die, die aus angst und abhängigkeit nichts gegen die gewalt zu hause unternimmt und abend für abend geschlagen wird
ich bin der, der auf der staße sitzt und um ein wenig geld bettelt
ich bin die, die nicht weniger arbeitet als ein mann und dennoch weniger verdient
ich bin der, der die welt bereist um als unwissender zu erfahren
ich bin die, die sich selbst verletzt, weil sie sich selbst hasst und um den seelischen schmerz zu übertönen
ich bin der, der sich zurückzieht um traurig zu sein
ich bin die, die nicht ist wer sie ist aus angst andere mögen das wahre sie nicht
ich bin der eine, der ist
ich bin die eine, die ist
was
ist
der andere
ist
was
die andere nicht
ist
in all diesen menschen sehe ich einen teil von mir
in mir seht ihr alle einen teil von euch

was bewegt
befangen
das wort
für einen moment
für viele jahre
viele morgen
tage
nächte
das wort ist macht
ich hoffe auf katharsis
lass mich
lass mich
ausgeliefert
sein
banalität des bedüfnisses
blockade
verdamnis
wo ist die freiheit
die erkenntnis
das was
nein
wo ist prosa
nicht jetzt
nicht heute
niemals
nie
n
negation
leben
ich fühle
mich entnabelt
bin euch so nah
und doch nicht
fremde familie
wo ist
unsere zeit
verstummt
unsere zukunft