Dienstag, 7. September 2010

w.



wozu besitze ich hände, wenn ich nicht weiß was ich tun soll.

warum habe ich füße, wenn mir nichts ferner liegt als der ort an den sie mich tragen sollen.

was soll mein mund in die welt rufen, wenn ich die botschaft nicht kenne.


wieso bin ich


Montag, 12. Juli 2010

wenig


alles wird zerrissen

alles wird zerfetzt


das fleisch klebt

an den wänden


modert

vor sich

hin


und jetzt

jetzt erst recht

atemzug




die knospen meiner brust

du erweckst sie zum leben

die haare meines armes

du bringst sie zum tanzen

das blut meiner adern

du kochst es siedend

die haut meines körpers

du schlagst wellen auf ihr


schattenspiel der vergänglichkeit

Sonntag, 20. Juni 2010

kognitives ego



atomare lichter

eure farben

verbrennen meine augen


kosmische klänge

eure taten

zersetzen meine ohren


unbekannte stoffe

euer gewicht

zerreißt meine haut


reißende mengen

euer übermaß

zersägt meine zunge


flüssige lüfte

eure tränen

verbluten meine nase



und ich fühle

erfahrung


mein atem war gestorben

fratzen säumten den weg

ich hatte mein bewusstsein verloren

was noch was ist realität


die angst war alles was ich kannte

beherrscht von jeder anormalität

als ich durch die nacht rannte

was noch was ist realität


ist es das mein leben

voller fremder fatalität

und das vorige hats nie gegeben

was noch was ist realität


was ist furchtbare täuschung

und schreckliche emotionalität

in der exzessiven berauschung

ist was noch was meine realität

die ölpest oder der eine oder andere golfkrieg




und der mensch der bohrt

gierig nach macht

gierig nach geld

gierig nach öl


das wasser ist dem schwarzen gold gewichen

anstelle von fischen schwimmt nun totes geld

anstelle von vögeln fliegt nun leere macht


was habt ihr getan?

nichts

was werdet ihr tun?

gar nichts


und der mensch der stirbt

wegen macht

wegen geld

wegen öl

Donnerstag, 17. Juni 2010

selbst


am meisten aber fürchte ich mich selbst

Montag, 14. Juni 2010

entwicklung


tag für tag
gehe ich verloren

und

nacht für nacht
finde ich mich wieder

ganz fremd
neu
anders




Freitag, 11. Juni 2010

frei



und so füge ich mich

schließlich

der einsamkeit

aus freiem willen


um zu


wie gern war ich blind

um zu sehen


wie gern war ich taub

um zu hören


wie gern war ich stumm

um zu sprechen


wie gern war ich ich

um zu sein

Dienstag, 8. Juni 2010

stehen



notdürftig atme ich auf

im wettlauf der zeit

in der atemlosigkeit der stadt

bewege ich mich

nicht


um mich herum

gestern noch bestimmt

heute jetzt anders

morgen schon nie


ich will kein leben

dessen ende man

bereits kennt

Mittwoch, 19. Mai 2010

d



sacred

acred

cred

red

ed

d

ed

red

ared

cared

scared




bedürfnis





ich ersaufe im fegefeuer der inneren einsamkeit

meine ausgemergelte seele leidet hunger

graue betonstraßen werden mit jedem schritt länger

verflüssigte zeit fließt aufwärts an mir vorbei

mein taubes leben verliert die sehkraft

ich durste nach mehr

any








is there an answer

for all the questions


is there a question

for all the answers

Mittwoch, 12. Mai 2010

nur







so wenig

ich

doch bin


doch

ich bin

so wenig

Mittwoch, 5. Mai 2010

quorren-ver













































ich möchte mich

nicht mehr

müssen zu

denken


entführtest mich

nächtliche

schwärze deine

arme

erdrücken meinen

seelengrund und


verschlungene kräfte

öffneten roten

korbesbrust

lust zu


ertrinken im

meereshirn

rankten sich

gewinde voll

eider erfroren

erkoren


hände des

zweifels trunken

in nichts lauter offener

krampfesadern

erinnern an


mächte um mich

schlagender uhren

verworrene

musik des dunkel

tag


ich möchte

nichts

erkennend

verkennende

erschöpfen

sollen


Montag, 3. Mai 2010

skelett


verschlingendes erdreich

friss meine tränenden augäpfel

mit deiner schönheit


zerstörerisches weltbild

erdrossle meine verblühenden sinne

mit deiner unendlichkeit


verstörender planet

erdrücke mein blendendes empfinden

mit deiner grenzenlosigkeit


herrscherische kugel

zermalme meine verkrüppelten ohrmuscheln

mit deiner grausamkeit


unbestimmte materie

erstich mein einzig sein

mit deiner bestimmtheit


Mittwoch, 28. April 2010

anonym








"ich habe keinen körper. ich bin frei."
(anonym)

?





wie-so

lebe ich

woher

komme ich

wohin

gehe ich

wo

stehe ich

warum

bin ich

Montag, 26. April 2010

wien weint

es regnet

es ist in wien

die stadt zerschwimmt in grau

menschen zerstreuen sich

sie stoben auseinander

gehen nach hause

gehen alleine

rennen

eilig

eilig

die stadt riecht nach nassem hund

wien weint


und ich weine mit

Freitag, 23. April 2010


nackt winde ich mich in meinen schalen

entblößt

gehäutet wie eine schlange

kahl

unangetastet wie ein neugeborenes

um mich ein berg kleidung

lose, ausgemergelt, zerknittert

er brennt

ich brenne


voller sehnsucht bewahrheitet sich mein körper

ich kaufe mir eine neue identität



Dienstag, 20. April 2010

tobt in mir


der sturm tobt in mir
niemand


der sturm tobt in mir
niemand

der sturm tobt in mir

niemand
bemerkt ihn
oft selbst ich
nicht

Montag, 19. April 2010

was ist

















ich bin alles

ich bin nichts


ich bin der eine, der alleine in einer bar sitzt, in der hoffnung jemand könnte ihn ansprechen

ich bin die, die sich auf der straße ihren körper verkauft, weil sie sonst von ihren schleppern misshandelt und vergewaltigt wird

ich bin der eine, der nachts ohne ziel mit der straßenbahn fährt, nur um nicht wieder in seine leere wohnung zurück zu müssen

ich bin die, die mit einer überdosis ins krankenhaus eingeliefert wird, weil sie die falschen leute zur falschen zeit kennengelernt hatte

ich bin der, der jeden abend woanders ist, aus sorge er könnte etwas verpassen

ich bin die, die alleine in ihrem zimmer sitzt, vollkommen isoliert von allem

ich bin der, der unter panickattacken leidet und am abend angst vor morgen und am morgen angst vor heute hat

ich bin die, die jeden von sich stoßt bevor jemand sie von sich stoßen kann und deswegen immer alleine ist

ich bin der, der unter depressionen leidet und sich fragt wie es sich anfühlt, wenn das blut warm über seine hand fließen würde

ich bin die, die fünf kinder hat und diese über alles liebt und der trotzdem etwas fehlt im leben

ich bin der, der fünf kinder und eine firma hat und seine nachkommen selten sieht, weil er nie zu hause ist

ich bin die, die auf asyl hofft und ein neues leben aufbauen will, weil ihr altes zerstört wurde

ich bin der, der seit jahren auf der uni ist und trotzdem niemanden kennt

ich bin die, die ungewollt schwanger wurde und deshalb von allen alleine gelassen wurde

ich bin der, der im gefängnis sitzt und voller reue auf eine zweite chance hofft

ich bin die, die in ein neues land und überall verstoßen wird weil die politik es so will

ich bin der, der sich abend für abend betrinkt um aus seiner persönlichen hölle realität zu flüchten

ich bin die, die sich hinter kleidung versteckt, um ihre unsicherheit zu verbergen

ich bin der, der glaubt viel zu alt zu sein um sein leben zu verändern

ich bin die, die aus angst und abhängigkeit nichts gegen die gewalt zu hause unternimmt und abend für abend geschlagen wird

ich bin der, der auf der staße sitzt und um ein wenig geld bettelt

ich bin die, die nicht weniger arbeitet als ein mann und dennoch weniger verdient

ich bin der, der die welt bereist um als unwissender zu erfahren

ich bin die, die sich selbst verletzt, weil sie sich selbst hasst und um den seelischen schmerz zu übertönen

ich bin der, der sich zurückzieht um traurig zu sein

ich bin die, die nicht ist wer sie ist aus angst andere mögen das wahre sie nicht

ich bin der eine, der ist

ich bin die eine, die ist


was

ist

der andere

ist

was

die andere nicht

ist



in all diesen menschen sehe ich einen teil von mir

in mir seht ihr alle einen teil von euch

Sonntag, 18. April 2010

-




die menschen sind noch die selben

der wind weht immer noch nach rechts

es scheint noch immer die selbe sonne

die gespräche haben sich nicht verändert

es sind noch immer dieselben gedanken

auch ich bin noch immer ich


und doch ist alles ganz anders



Dienstag, 13. April 2010

was wenn


ich mich verliere
mich vergesse
verlaufe

ich mich verbiete
mich verachte
verlebe

ich mich verstehe
mich verhalte
verbrenne

ich mich verberge
mich verdichte
verblute

ich mich verbrauche
mich verderbe
verfluche

ich mich verliebe
mich vermeide
vermisse

ich mich vernichte
mich verrate
verfaule

ich mich verschulde
mich verkaufe
verrücke

ich mich versuche
mich verlerne
versinke

ich mich verteidige
mich verwandle
vertraue

ich mich verzerre
mich vermehre
verbleibe

was dann



sweating in an ice-cold room


ich bin alles
ich bin nichts
ich bin jeder
ich bin niemand

Freitag, 9. April 2010

macht das wort.wort ist macht

ich bin

was bewegt

befangen

das wort

für einen moment

für viele jahre

viele morgen

tage

nächte

das wort ist macht

ich hoffe auf katharsis

lass mich

lass mich

ausgeliefert

sein

banalität des bedüfnisses

blockade

verdamnis

wo ist die freiheit

die erkenntnis

das was

nein

wo ist prosa

nicht jetzt

nicht heute

niemals

nie

n

negation

leben



ex libris.

familiäre fremde

ich fühle

mich entnabelt

bin euch so nah

und doch nicht


fremde familie

wo ist

unsere zeit

verstummt

unsere zukunft