Dienstag, 30. August 2011

des tages und des nachtes


des tages nacht


in der feuerbrunst am morgen der nacht

gähnt voll verlangen die farbenfrohe schattenglut

unter zaudernder sinfonie erwacht

des entleerten meeres flut


taghell erscheint der fratzenmond

am horizont der wahrheit verglüht das durstend aug’

des geschehens geheimnis erstarrt wie gewohnt

und der einzig’ zeuge zerfällt zu staub


in der stille der gezeiten

siehst du dein innig selbst

trinkest du die einsamkeiten

zwischen welten du verwelkst


melodien die menschen singen

hörest sie nur du allein

trachtest nach vereintes klingen

doch nur ich sitze hier und wein’


der feuerball erreicht das weltentor

leutet mit inbrunst ein den alten tag

auf der erde bühne steigt sie empor

bis auch ich ihr erblindet stumm erlag


sonnen und monde tanzen ein spiel

im reigen der vereinten beständigkeit

während ich durch universen fiel

ist unser aller weg dorthin noch weit


des nachtes tag



Dienstag, 26. April 2011

...

selbstzerstörung offenbart
offenbarung zerstört selbst


hauch

ich würde gerne meine haut abziehen. mir mein gesicht ausziehen. ausgestoßen. meine gebärden sterben in mir. leben stirbt in mir. ein kahles feld. unbestellt. unfruchtbar. ich verletze menschen ohne absicht. steche ihre köpfe auf und trinke ihr herausquillendes hirn. innereien werden von der intensität der gefühle zerfetzt. blutsalat. tief aus mir schreit die sehnsucht in die leere meiner seele. ich kann nicht mehr luft holen. ersticke am vakuum der zeit. da ist nichts. eine unbekannte angst fesselt mich und foltert mich halblebendig. ich reiße einzeln meine fingernägel aus. ich vernähe meinen mund. steche beide augen aus. wann entweicht meine seele?

in mir

während die welt schläft, trage ich blutige kriege in mir aus. da ist nichts. ich laufe über. regungen, die mit mir keinen ausdruck finden. von innen stichts herauß. ich sickere in den boden. regungslos. alles um mir kleidet sich mit bewegung. mein mantel ist stillstand. und überhaupt hat er löcher. das denkende geht zu grunde. mein leben leblos. mein körper substanzlos. der geist entnabelt. die sinne sinnlos. seelisches erbrechen. ein drang. ein zwang. nebel leben. ohne Ich.

nachtwach


alles unwahr und fern jeglicher realität. die realität ist dünn und losgelöst von diesem ort. das fremde gefühl durchfährt meinen ganzen körper und bestimmt mich. meine vergangenheit wirkt vergessen und nie dagewesen. ich bin nicht wirklich und mein leben ist trugbild. aus der ferne schallts zurück, doch auch hier ist nichts. ich bin auflösung. was einst war ist schon lange fort. entschwunden ins nichts der leere. so wie alles passiert, passiere auch ich. wechselwirkend vergehe ich.
ich bin nicht mehr. von mir ist nicht mehr viel übrig. wie ein traum erscheint mir alles. ein traum, in dem ich mich nicht bewegen kann. dinge geschehen und ich kann nichts kontrollieren. wann ging ich verloren? schleichend kam das nichts und sogleich verschluckte es mich auch. nichts. in welcher dimension schwebe ich fremdgesteuert ins nichts? faulig fallen mir meine arme und beine ab, wie morsche äste von einem baum. aus meinen poren läuft das dickflüssige gift. die intensität des gefühlten zweiteilt körper und geist. ich bin halb am leben. wie maden durch verwestes fleisch fressen sich meine gedanken durch mein hirn. zersetzt bricht es in mich ein. zerstört laufe ich aus. die träume fließen in vielen rinnsälen zusammen und münden in ein unendliches meer. ich ertrinke. am grund des bodens bleibe ich liegen. ich gebe mich auf.



Montag, 7. März 2011

noch bin ich frei.
doch meine freiheit gleicht dem mond, der von nacht zu nacht kleiner wird, um schließlich ganz zu verschwinden.
wie lange noch wird meine freiheit in der tiefen nacht des lebens glühen?

funktion

ich will nicht funktionieren. ich funktioniere nicht.
ich will nicht funktionieren. ich funktioniere doch.
nirgend-wie.irrend-wie.