Dienstag, 30. März 2010

wir haben ihn getötet


Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken. "Wohin ist Gott?" rief er, "ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet - ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? Müssen nicht Laternen am Vormittage angezündet werden? Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben? Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? - auch Götter verwesen! Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!
(Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft)


abgesondert


niemand mir bekannter vermag das zu fühlen was ich fühle
vermag das zu sehen was ich sehe
das zu hören was ich höre
zu riechen was ich rieche
schmecken



sein

man schreitet
schreitet
immer nach vor

man wird
wird
geschleudert zurück

bleiben geschichten
lang
ganz lang

das leben
leben
am seidenen faden
es währt
währt
sehr oft nicht lang

die kraft
kraft
scheint selten vorhanden
und doch
doch
ein ewiger kampf

die gefühle
gefühle
rufen laut aus mir
in momenten
momenten
ganz leise

der druck
druck
auf meiner seele
lässt sprudeln
sprudeln
worte aus mir

die gedanken
gedanken
sind bald schon verloren
im trubel
trubel
der wilden welt

das eis
eis
kaltes empfinden
zerbricht
im glanz der untiefen augen
der augen

am ende
ende
der große verlierer
das höhere wesen
der mensch
der mensch


Samstag, 27. März 2010

bewusstseinsverändernd ist das gleichnis der nackten haut

eingeweide
treten aus mir
spiralförmig, verformt, aufgeplatzt, verknotet
hoffnungen, gedanken, träume hängen an ihrem ende
der gestrige sturm ist dem heutigen stillstand gewichen
zerfetzt. zerhackt. zerkleinert
vakuum. vakuum. vakuum
im moment der reglosigkeit und in dem der erregtheit
nichts macht mehr frei im eigen

die frucht der furcht
nährt sich an den kümmerlichen beziehungen in den familien
versteinert das geschehende zu regeln
die bedeutsamkeit der allumfassenden leere
haftet an uns
keine berührungen, keine worte, keine gefühle

nichts noch
hat bedeutung
wenn wir uns vom strom der mehrigen hinwegspülen lassen
weg vom bewusstsein
weg vom leben
weg von uns

erstickend an nichts


Dienstag, 23. März 2010

morgen wird die welt in einem mehr aus rotz untergehen und dabei wird "by the river of babylon" gesungen

im moment hör ich gerade eine kindergartentanten-version des liedes "by the river of babylon". gar nicht mal so schlecht. mein zimmerfenster befindet sich nämlich in einem innenhof der von diversen anderen wohnungshäusern gebildet wird und aber auch von einer pädagogischen schule mit probekindergarten im erdgeschoß. probekindergarten? naja versuchskanninchen halt. das sind wahrscheinlich kinder, bei denen man von vornherein nichts mehr falsch machen kann. die ärmsten.
zurück zum egozentrischen inhalt: MEINE wohnsituation. die vorteile dieser lage sind gratiskonzerte der schüler/innen, die ihre "künste" zum besten geben und damit mama und papa stolz machen und mich bei diversen schmankerln auf blockflöte und gitarre mitschmarotzen lassen(ich klatsche dafür auch immer begeistert beifall).
der nachteil ist die hofpause um halb eins und um halb fünf. und das regelmäßig. und das scheien keine normalen kinder zus ein. nein, das müssen verhaltenskreative monster sein. unabhängig ob fenster zu oder offen, man hört sie. und das LAUT. und die singen keine "by the river of babylon" oder "time after time" lieder, sondern schreien grölen und vor allem sie SCHREIEN. und wenn man als student nach einem harten tag sein nachittagsschläfchen braucht oder nach einer langen harten durcharbeiteten nacht seinen wohlverdienten schlaf, dann ist es im zeitraum von halb eins bis halb zwei und von halb fünf bis halb sechs nicht möglich.
da kann man sich dann im geduldig sein trainieren für die eigenen kinder/monster später dann mal. naja gerade schmackhaft werden sie einem dadurch ja nicht gemacht.
aber genug davon.

ich und viele andere menschen sind heute von einem scheinbar völlig verwirrten menschen bekehrt worden. ich ging natürlich ohne große vorbehalte an ihm vorbei und plötzlich begann er zu reden. mit mir mit dem dreijährigen kind neben mir und dem vater des kindes. "der papst, der papst,...." und noch andere unzusammenhängende wörter. er hatte eine markerschütternde stimme. sie hallt noch jetzt in meinen ohren. als hätten sich seine stimmbänder verknotet. sie war tief. tiefer als jede andere stimme, die ich jemals zuvor hörte. man spürte beinahe die vibration in der luft mitschwingen. den satz oder besser diese wortfetzen betonte er mit einer prophezeienden sicherheit. irgendwo aber tat er mir auch leid. er muss anscheinend mit irgendwelchen psychischen störungen leben, die in verfolgen.
aber die weltuntergangsvorhersage war noch gar nicht die krönung des heutigen tages.

in einer vorlesung heute hatte ich die ehre neben einem äußerst gestörtem mädchen zu sitzen, dass mich mit lästigen fragen nervte. naja berechtigte sache und so aber was bitte ist daran legitim neben mir mit ergötzen in der nase rumzubohren und rumzubohren und rumzubohren ohne ende und (so gierig wie sie war) ihr mittagessen zu essen(ja den rotz). wenn wer auf den geschmack gekommen ist soll er es am klo daheim oder sonst wo machen aber nicht neben mir in der lehrveranstaltung, worauf ich mich keine sekunde mehr konzentrieren konnte. ich hatte nur mehr ihr riechorgan im blickfeld. wie lange hatte sich die schon nicht mehr geschneuzt? das waren bestimmt einige kilo naseninhalt in seiner herrlichsten reifen form. anfangs schön verkrustet mit dem anschließenden schleimbeutel dran. ich hole jetzt weiter aus und traue mich zu sagen, dass sie angesichts der bemerkenswerten menge womöglich auch ihr abendessen erspart hat.
siehst du bildungspolitik? das sind keine studienbedingungen. studenten können sich nicht mal mehr ihr essen leisten und müssen sich von dem ernähren, was der eigene körper so hergibt. und auch sie hat ausgeholt und begonnen in ihrem schmalzigen ohr zu bohren...

Montag, 22. März 2010

momentaufnahme


gehirn kocht. läuft über
kind schreit. echo antwortet
sonne bekleidet. regenmantel wolken
stift und blatt. krücken meiner seele
hund bellt. monoton stechend
zerkaue finger. morgendliche bedrücktheit
nebelige psyche. halogener geist
wachsene zukunft. verformte pläne
schon lange. nicht mehr

Sonntag, 21. März 2010

billig,billig! heute kaufen, morgen wegschmeissen!

auf wunsch meiner eigenen verwahrlosten gedanken und des bleib-im-bett wetters, fülle ich den heutigen sonntag nachmittag mit verbrannten zigaretten, einem probe-earl grey tee aus der presse(sehr aufmerksam), dessen werbeslogang zur abwechslung mal auch hält was er verspricht (herb mit einem hauch limette-herrlich) und vielen meiner abgelutschten zeilen aus dem alltag.

gestern, am samstag, war ich mit einer guten freundin am flohmarkt beim naschmarkt in wien. unter leider viel zu großem zeitdruck hetzten wir von stand zu stand beider märkte. sie (freundin) musste nämlich am selben tag wieder nach hause, da sie erst nächstes semester in wien zu studieren beginnt.
ich liebe den flohmarkt dort. abgesehen von der dämonischen menschenmasse, die unaufhörlich zu wachsen scheint, kann man an diesem markt einen schönen samstag verbringen. es wird versucht alles zu verkaufen. von obligatorischer kleidung und bücher über 400 euro silber-schatulen und nazi-orden bis hin zu 200 kilogramm-schweren möbelstücken, bei denen ich mich immer wieder frage wie die hierherkommen, gibt es einfach alles.
soziale schichten fusionieren sich an diesem magischen ort zu einer anfangs verstörenden diversität an die man sich aber letzendlich nur allzu gern gewöhnt und insgeheim hofft, dass sie doch auf die ganze stadt überschwappen würde.
die illegalen straßenverkäufer, die ihre ware praxisorientiert aus dem koffer verkaufen und sobald die polizei auftaucht, genau diesen (den koffer) natürlich samt inhalt packen und laufen. aus den augen aus dem sinn. und dann die überdurchschnittlich reichen mit anzug und die damen mit der teuersten adjustierung, die den markt als catwalk zu missbrauchen scheinen. genau diese beiden extremen bilden daher auch den umschließenden rahmen der kribbeligen vielfalt.

wie auch immer. zurück zu gestern.
meine freundin also musste schon viel zu früh zum zug und nachdem wir uns verabschiedet haben ging ich noch ein runde, da ich an diesem tag noch genügend zeit hatte. am flohmarkt aber bemerkte ich plötzlich, dass ein mann mir die ganze zeit folgte. ich ging also einen unorthodoxen weg, zurück, nach rechts, wieder nach vor und dann nach links und schließlich wieder zurück, um mich zu vergewissern ob ich mir das nicht vielleicht doch einbilde. ein mädchen vom land ohne große stadterfahrungen kann doch auch paranoide sein. doch es stellte sich schnell heraus, dass ich mich nicht getäuscht hatte. die meiste zeit war er sogar nur einen meter von mir entfernt. ich war mit dieser situation völlig alleine und überfordert. ich ging also die stände ab und ließ mir nichts anmerken. in der hoffnung, dass er vielleicht von mir abließ und aufgab oder mich aus dem blickfeld verlor, streifte ich bestimmt eine halbe stunde oder länger durch die rege menschenmasse. doch sobald ich mich umdrehte war er in meiner unmittelbaren nähe. langsam bekam ich angst. ich wusste nicht was ich jetzt tun sollte.
sollte ich in die nächste u-bahn und heimfahren? aber was, wenn er mir bis nach hause folgt und, dann auch noch weiß wo ich wohne. nicht auszudenken. abgesehen davon könnte ich zufällig zu einem platz kommen mit wenig oder kaum menschen und was, dann?
soltte ich ihn zur rede stellen? ganz ehrlich, in diesem moment wusste ich nicht was ich ihm anderes sagen sollte außer "verschwinden sie, arschloch" und ob das alleine gefruchtet hätte ist fraglich. ich entdeckte zufällig in dem moment zwei polizisten. ich hielt mich also eine zeit lang in ihrer nähe auf und merkte, dass er nun vorsichtiger wurde und auf abstand ging. jedoch noch genug nähe um mich weiter zu verfolgen und zu wenig um die polizisten um hilfe zu bitten. jedenfalls schien es mir so und ich wollte auch nicht hysterisch erscheinen oder werden. durch diesen kleinen abstand aber gelang es mir irgendwie ihn abzuwimmeln und verschwand schließlich in eine doch starkbefahrene aber leider sehr menschenleere straße. ich steuerte die u-bahn an.
jetzt oder nie dachte ich mir. ich blickte immer wieder zurück um sicher zu gehen, dass er mir nicht mehr folgte. wahrhaftig, er war nicht mehr zu sehen.
fast laufend erreichte ich die u-bahnstation direkt am markt.
ich stolperte die verglasten treppen runter und blickte ständig um mich.

und da sah ich ihn wieder-
er wartete auf mich.
in der gegenüberliegenden station. als er mich erblickt hatte eilte er die treppen rauf, und wollte schnell zu mir. er lief beinahe. ich begann zu zittern und mein herz zerriss es nahezu. in dem moment fuhr die u-bahn ein. ich sah ihn noch nicht und stieg ein. "die verdammten türen sollen schließen, sie sollen endlich schließen", mein einziger gedanke in diesen schnellen sekunden.
und wirklich, wir fuhren los. ohne ihn. das hoffte ich zumindest. aber so war es dann auch.
ich sah ihn die ganze fahrt nach hause nicht mehr. und er mich hoffentlich auch nicht. hoffentlich nie mehr.


Samstag, 20. März 2010

beschaffen

wozu das stigmahafte tragen nur eines namens
ich selbst habe viele und doch keinen



Montag, 15. März 2010

aus dem leben

montag, 22:37

ich möchte schreiben

nur noch wenige tage bis zu meinem zweiten teil meiner aufnahmeprüfung im fach psychologie.
ich könnte mehr lernen als ich es tue. ich könnte mich mehr reinsteigern als ich es tue. aber ich tue es nicht. warum weiß ich nicht. was meine persönlichen prioritäten betreffen weiß ich sowieso sehr wenig. psychologie also. das interessiert mich doch. aber was dann? ich bin mir nicht sicher. nirgendwo scheine ich sicher genug zu sein um mir etwas verdammt nochmal zuzutrauen.
und so sitze ich alleine in der wohnung und schreibe. ich verschreibe die zeit. meine gedanken. den tag und die nacht. verschreibe den schlaf und verschreibe schließlich mein leben. und das nicht mal gut. für sekunden flackern ab und an mal visionen durch meinen kopf. visionen von meinem leben. von meinem leben wie es sein könnte, wenn...
und nie, nie bringe ich die nötige energie dafür auf.
welch ein kümmerliches dasein ich doch friste.
wozu ich das jetzt schreibe? ja wozu eigentlich.
vielleicht egozentrische schreibtherapie mit hang zum exhibitionismus, natürlich auf einer anderen ebene als die sexuelle.
vielleicht sollte ich es für heute gut sein lassen und mich dem lernstoff zuwenden, der nicht annähernd so lukrativ erscheint wie meine leeren zeilen in diesem blog die mich anflehen sie zu füllen. mit unglaublichem unsinn. mit dem entbehrlichstem auf erden. meinem überflüssigem gekrakel meiner vertrockneten seele. meiner verschrobenen ausdrucksweise und meinem vor selbstmitleid triefenden texten. egozentrismus. sollte ich beim nächsten bewerbungsgespräch als "einzig" schlechte eigenschaft anführen. das kann ich sogar mit dem link dieser seite wissenschaftlich belegen. ich narr.
nun genug.
um aber die oben erwähnte hypothese zu verwerfen möchte ich gegenteiliges beweisen. die nächsten texte möchte ich aktuellen themen und debatten aus vielen verschieden bereichen widmen. mal sehen wie das so ankommt. nicht umsonst gibt es den knopf(nein nicht button) "diesen blog löschen". nur zur sicherheit für die allgemeinheit. sollten sich andere vielleicht auch einmal zu herzen nehmen. aber das widerspreche ja meiner toleranz für die diversität der narren und somit widerspricht es der konsistenztheorie in meinem egoistischen fall. da ich ja selbst ein narr bin. die konsistenztheorie bezeichnet die bemühung eines menschen um innerliche balance der gedanken (vgl. fritz heider). aber das ist eine andere geschichte. vielleicht ist ja doch was hängen geblieben in psychologie...
wie auch immer.

montag, 23:00

ich sollte lernen

sag mir

sag mir
wo
hin
soll ich
gehen
soll ich
wehen
welche richtung
soll ich
wählen
sag es
mir

ausgebrannt


still sitzen
still sitzen
still sitzen
saug es auf
saug es auf
arbeite
arbeite
vergleiche dich
vergleiche dich
füg dich ein
füg dich ein
gesellschaft
gesellschaft
regeln
normen
gesetze
druck druck druck
burn
out
brenn aus
still sitzen
still sitzen
still sitzen
ausgesaugt
ausgebrannt

im zweifel für den zweifel



Tocotronic - Im Zweifel für den Zweifel


mutter erde

sonne, wind, regen
auf meiner haut
so kehr ich zurück
mutter erde
mutter erde
(Kanon)

nun



die zeit
sie fließt aus mir
wie tränen des schlafes
ineinander verworren
fernab von allem
gewöhnlichen
anderen
selbst
meine gedanken scheinen sich zu spalten
manchen menschen scheint es bestimmt zu sein
als ob man schon ein ganzes leben hinter sich hätte
und man könne sich nicht mehr erinnern
als ob man noch ein ganzes leben vor sich hätte
und man könne an nichts wirklich glauben

Sonntag, 14. März 2010

und jetzt. was noch?

abgestumpfte kreise
säure stoßt auf
im sog des rauches
verworrene gesichter
genug

kein bald mehr
berauscht das geräusch
verklärt das denken
wild der weg
ins ewig

trotzdestonichts

noch immer gehe ich in diesem
brennend sehnsüchtigen leib umher und glaube zu ersticken vor traurigkeit; ruhelos und zu nichts entschlossen, ganz verloren und lebendig.

(Volker Braun, Trotzdestonichts)


Das trojanische Pferd - Menschenfresser

Freitag, 12. März 2010

immer

ich kann oder
ich kann nicht
aber ich gewann
in jeder hinsicht

vielleicht ja. womöglich nein

hat nicht alles seinen sinn?
vielleicht ja. womöglich nein.

prüfungen im leben in welcher form auch immer lassen mich bis an meinen physischen und psychischen grenzen gehen. sie hemmen und öffnen zur selben zeit mein bewusstsein. und wenn ichs nicht schaffe? vielleicht ist es vorbestimmt. vielleicht sollte ich nicht mehr dagegen ankämpfen. letztendlich kommt alles wie es kommen muss und man selbst konnte nicht mehr viel dran ändern. die einstellung dazu ist immer abhängig vom blickwinkel von dem man es betrachtet. mit es meine ich eine bestimmte lebenssituation/-aufgabe, der man nicht gewachsen zu sein scheint bzw. der man lange zeit nichts positives abgewinnen konnte. und plötzlich macht es dennoch sinn. entweder bereits davor, wenn man die gabe besitz den richtigen zugang zu allem zu finden in seiner verschleierten richtigkeit oder schließlich danach, wenn man an einem punkt rückblickend bemerkt wie kurios positiv das alles doch war. poitiv im sinne von lehrreich. einen hohen erfahrungswert daraus ziehen. ob nun im moment des seins positiv oder negativ. letzten endes werde ich der, der ich bin.

Dienstag, 9. März 2010

muss ich gehen

wie ein ton lied schalle ich
aus den mündern
wieder
wie ein tropfen regen prasse ich
auf den boden
nieder
wie ein glas wasser schwappe ich
auf den teller
über



doch warum fiel mir plötzlich das atmen so schwer

ich sehe ich schaue ich fühle ich atme es ein ich saug es auf durch die poren meiner haut reib ich's hinein der wind zwischen meinen augen schleudert honig in meine wadender mensch vom weibe geboren lebt kurze zeit und ist voll unruhe
ein gedicht ist wie ein nackter mensch


die einzig wahrhaftig natürlicheen dinge sind träume
(zitate aus dem film "I'm not there")

Mittwoch, 3. März 2010

es ist


es ist die unerschöpfliche freiheit die mich erstickt
es sind die schaurigen menschen die mit ihren gierigen augen meinen entblößten körper durchnageln
es sind die farbenfrohen gespräche um mir die alle nicht mir gehören
es ist deren entlastetes lachen das mich seiend verspottet
ich versinke im treibsand der zeit die wie gift von der kahlen weißen wand tropft

sanduhren
uhren voller sand
seelen verhungern
hungertod
mord
moral

der gesellschaft
es ist das eine wort das mehr bedeutet als ein ganzer satz