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"ich habe keinen körper. ich bin frei."


ich bin nichts
ich bin der eine, der alleine in einer bar sitzt, in der hoffnung jemand könnte ihn ansprechen
ich bin die, die sich auf der straße ihren körper verkauft, weil sie sonst von ihren schleppern misshandelt und vergewaltigt wird
ich bin der eine, der nachts ohne ziel mit der straßenbahn fährt, nur um nicht wieder in seine leere wohnung zurück zu müssen
ich bin die, die mit einer überdosis ins krankenhaus eingeliefert wird, weil sie die falschen leute zur falschen zeit kennengelernt hatte
ich bin der, der jeden abend woanders ist, aus sorge er könnte etwas verpassen
ich bin die, die alleine in ihrem zimmer sitzt, vollkommen isoliert von allem
ich bin der, der unter panickattacken leidet und am abend angst vor morgen und am morgen angst vor heute hat
ich bin die, die jeden von sich stoßt bevor jemand sie von sich stoßen kann und deswegen immer alleine ist
ich bin der, der unter depressionen leidet und sich fragt wie es sich anfühlt, wenn das blut warm über seine hand fließen würde
ich bin die, die fünf kinder hat und diese über alles liebt und der trotzdem etwas fehlt im leben
ich bin der, der fünf kinder und eine firma hat und seine nachkommen selten sieht, weil er nie zu hause ist
ich bin die, die auf asyl hofft und ein neues leben aufbauen will, weil ihr altes zerstört wurde
ich bin der, der seit jahren auf der uni ist und trotzdem niemanden kennt
ich bin die, die ungewollt schwanger wurde und deshalb von allen alleine gelassen wurde
ich bin der, der im gefängnis sitzt und voller reue auf eine zweite chance hofft
ich bin die, die in ein neues land und überall verstoßen wird weil die politik es so will
ich bin der, der sich abend für abend betrinkt um aus seiner persönlichen hölle realität zu flüchten
ich bin die, die sich hinter kleidung versteckt, um ihre unsicherheit zu verbergen
ich bin der, der glaubt viel zu alt zu sein um sein leben zu verändern
ich bin die, die aus angst und abhängigkeit nichts gegen die gewalt zu hause unternimmt und abend für abend geschlagen wird
ich bin der, der auf der staße sitzt und um ein wenig geld bettelt
ich bin die, die nicht weniger arbeitet als ein mann und dennoch weniger verdient
ich bin der, der die welt bereist um als unwissender zu erfahren
ich bin die, die sich selbst verletzt, weil sie sich selbst hasst und um den seelischen schmerz zu übertönen
ich bin der, der sich zurückzieht um traurig zu sein
ich bin die, die nicht ist wer sie ist aus angst andere mögen das wahre sie nicht
ich bin der eine, der ist
ich bin die eine, die ist
was
ist
der andere
ist
was
die andere nicht
ist
in all diesen menschen sehe ich einen teil von mir
in mir seht ihr alle einen teil von euch

was bewegt
befangen
das wort
für einen moment
für viele jahre
viele morgen
tage
nächte
das wort ist macht
ich hoffe auf katharsis
lass mich
lass mich
ausgeliefert
sein
banalität des bedüfnisses
blockade
verdamnis
wo ist die freiheit
die erkenntnis
das was
nein
wo ist prosa
nicht jetzt
nicht heute
niemals
nie
n
negation
leben
ich fühle
mich entnabelt
bin euch so nah
und doch nicht
fremde familie
wo ist
unsere zeit
verstummt
unsere zukunft
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ich steige in einen bach
und
wieder raus
und
wieder rein
und
muss erkennen
nichts ist so
wie es einmal
war
während ich dieselbe
selbst mein fuß ist
noch benetzt vom
kalten nass des
alten wassers
verändert sich der bach
fortwährend
und
immerzu
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wir
wir beide
ein wesen
wir fließen zusammen wie wasser
bis ich dich von mir nicht mehr unterscheiden kann
ich trinke dich
jetzt
jetzt
(Thin Red Line)
in momenten wie diesen umhüllt die stille der nacht mich wie ein warmer mantel
ich kann alles vergessen und alles fällt von mir ab
alle sorgen, all der kummer, all die marternden gedanken
ohne zutun scheine ich befreit und unbeschwert
in momenten wie diesen und sind sie auch noch so kurz, blicke ich gen himmel und habe teil
ich nehme teil an etwas unfassbar großem und unergründlichem
das universum in seiner allumfassenden und klaren erscheinung
keine fragen, keine gedanken, keine sorgen
absolut nichts
nur die unendlichkeit und ich
es gibt nur mich
nur mich und den mond
nur mich und unzählige sterne am himmel, die so strahlend und klar vom himmel leuchten, dass man in verheißung kommt sie zu zählen
man wagt es aber dann doch nicht
wie augen eines wunderschönen antlitzes funkeln sie mich an
wie die klarsten bäche wachen sie über mich
wir essen einander satt
von angesicht zu angesicht stehen wir uns gegenüber
nichts muss gesagt werden
ein moment der vollkommenheit
die sanfte stille zerfetzt meine sinne wie eine scharfe bombe
in momenten wie diesen wird mir klar wie unbedeutend alles bedeutende doch ist
wie klein der mensch ist, der glaubt ganz groß zu sein
wie klein seine macht und wie klein sein schicksal
unter dieser leuchtenden decke sind wir alle gleich. sind wir alle ein teil eines ganzen. nur für diesen moment.
für diesen einen moment. steht alles still.
die erde hat aufgehört sich zu drehen.
in momenten wie diesen setzt mein herz aus und mein atem bleibt stehen.
in momenten wie diesen kann eine bombe explodieren und nichts geschieht.
nur der himmel brennt.
er brennt in uns allen
dann und nur dann habe ich das gefühl den sinn zu kennen
es gibt keine worte dafür stattdessen aber momente, um ausdruck dafür zu finden.
in momenten wie diesen kehre ich zurück zu allem ursprünglichem
ursprung des seins
nur der himmel. der brennt.
getrennt sind unsere wege
entferne mich zusehends von euch
distanziert stehen wir uns schweigend gegenüber
meine gedanken sind die eure
nicht mehr
mein leben ist nun ein anderes geworden
getrennt sind unsere wege
wie gern würde ich euch sagen wie viel ihr mir bedeutet
aber
ich kann nicht
gebunden sind meine gefühle
in mir
verborgen
möchte sagen
ich bin
frucht eurer saat
ernte eurer felder liebe
euresgleichen
fleisch und blut
getrennt sind unsere wege
schon lange
möchte schreien
ihr seid
mein handeln
mein tun
meine kraft
meine wurzeln
mein sein