Mittwoch, 28. April 2010

anonym








"ich habe keinen körper. ich bin frei."
(anonym)

?





wie-so

lebe ich

woher

komme ich

wohin

gehe ich

wo

stehe ich

warum

bin ich

Montag, 26. April 2010

wien weint

es regnet

es ist in wien

die stadt zerschwimmt in grau

menschen zerstreuen sich

sie stoben auseinander

gehen nach hause

gehen alleine

rennen

eilig

eilig

die stadt riecht nach nassem hund

wien weint


und ich weine mit

Freitag, 23. April 2010


nackt winde ich mich in meinen schalen

entblößt

gehäutet wie eine schlange

kahl

unangetastet wie ein neugeborenes

um mich ein berg kleidung

lose, ausgemergelt, zerknittert

er brennt

ich brenne


voller sehnsucht bewahrheitet sich mein körper

ich kaufe mir eine neue identität



Dienstag, 20. April 2010

tobt in mir


der sturm tobt in mir
niemand


der sturm tobt in mir
niemand

der sturm tobt in mir

niemand
bemerkt ihn
oft selbst ich
nicht

Montag, 19. April 2010

was ist

















ich bin alles

ich bin nichts


ich bin der eine, der alleine in einer bar sitzt, in der hoffnung jemand könnte ihn ansprechen

ich bin die, die sich auf der straße ihren körper verkauft, weil sie sonst von ihren schleppern misshandelt und vergewaltigt wird

ich bin der eine, der nachts ohne ziel mit der straßenbahn fährt, nur um nicht wieder in seine leere wohnung zurück zu müssen

ich bin die, die mit einer überdosis ins krankenhaus eingeliefert wird, weil sie die falschen leute zur falschen zeit kennengelernt hatte

ich bin der, der jeden abend woanders ist, aus sorge er könnte etwas verpassen

ich bin die, die alleine in ihrem zimmer sitzt, vollkommen isoliert von allem

ich bin der, der unter panickattacken leidet und am abend angst vor morgen und am morgen angst vor heute hat

ich bin die, die jeden von sich stoßt bevor jemand sie von sich stoßen kann und deswegen immer alleine ist

ich bin der, der unter depressionen leidet und sich fragt wie es sich anfühlt, wenn das blut warm über seine hand fließen würde

ich bin die, die fünf kinder hat und diese über alles liebt und der trotzdem etwas fehlt im leben

ich bin der, der fünf kinder und eine firma hat und seine nachkommen selten sieht, weil er nie zu hause ist

ich bin die, die auf asyl hofft und ein neues leben aufbauen will, weil ihr altes zerstört wurde

ich bin der, der seit jahren auf der uni ist und trotzdem niemanden kennt

ich bin die, die ungewollt schwanger wurde und deshalb von allen alleine gelassen wurde

ich bin der, der im gefängnis sitzt und voller reue auf eine zweite chance hofft

ich bin die, die in ein neues land und überall verstoßen wird weil die politik es so will

ich bin der, der sich abend für abend betrinkt um aus seiner persönlichen hölle realität zu flüchten

ich bin die, die sich hinter kleidung versteckt, um ihre unsicherheit zu verbergen

ich bin der, der glaubt viel zu alt zu sein um sein leben zu verändern

ich bin die, die aus angst und abhängigkeit nichts gegen die gewalt zu hause unternimmt und abend für abend geschlagen wird

ich bin der, der auf der staße sitzt und um ein wenig geld bettelt

ich bin die, die nicht weniger arbeitet als ein mann und dennoch weniger verdient

ich bin der, der die welt bereist um als unwissender zu erfahren

ich bin die, die sich selbst verletzt, weil sie sich selbst hasst und um den seelischen schmerz zu übertönen

ich bin der, der sich zurückzieht um traurig zu sein

ich bin die, die nicht ist wer sie ist aus angst andere mögen das wahre sie nicht

ich bin der eine, der ist

ich bin die eine, die ist


was

ist

der andere

ist

was

die andere nicht

ist



in all diesen menschen sehe ich einen teil von mir

in mir seht ihr alle einen teil von euch

Sonntag, 18. April 2010

-




die menschen sind noch die selben

der wind weht immer noch nach rechts

es scheint noch immer die selbe sonne

die gespräche haben sich nicht verändert

es sind noch immer dieselben gedanken

auch ich bin noch immer ich


und doch ist alles ganz anders



Dienstag, 13. April 2010

was wenn


ich mich verliere
mich vergesse
verlaufe

ich mich verbiete
mich verachte
verlebe

ich mich verstehe
mich verhalte
verbrenne

ich mich verberge
mich verdichte
verblute

ich mich verbrauche
mich verderbe
verfluche

ich mich verliebe
mich vermeide
vermisse

ich mich vernichte
mich verrate
verfaule

ich mich verschulde
mich verkaufe
verrücke

ich mich versuche
mich verlerne
versinke

ich mich verteidige
mich verwandle
vertraue

ich mich verzerre
mich vermehre
verbleibe

was dann



sweating in an ice-cold room


ich bin alles
ich bin nichts
ich bin jeder
ich bin niemand

Freitag, 9. April 2010

macht das wort.wort ist macht

ich bin

was bewegt

befangen

das wort

für einen moment

für viele jahre

viele morgen

tage

nächte

das wort ist macht

ich hoffe auf katharsis

lass mich

lass mich

ausgeliefert

sein

banalität des bedüfnisses

blockade

verdamnis

wo ist die freiheit

die erkenntnis

das was

nein

wo ist prosa

nicht jetzt

nicht heute

niemals

nie

n

negation

leben



ex libris.

familiäre fremde

ich fühle

mich entnabelt

bin euch so nah

und doch nicht


fremde familie

wo ist

unsere zeit

verstummt

unsere zukunft



element




ich steige in einen bach

und

wieder raus

und

wieder rein

und

muss erkennen

nichts ist so

wie es einmal

war

während ich dieselbe

selbst mein fuß ist

noch benetzt vom

kalten nass des

alten wassers

verändert sich der bach

fortwährend

und

immerzu





wir

wir beide

ein wesen

wir fließen zusammen wie wasser

bis ich dich von mir nicht mehr unterscheiden kann

ich trinke dich

jetzt

jetzt

(Thin Red Line)

Donnerstag, 8. April 2010

.


in momenten wie diesen umhüllt die stille der nacht mich wie ein warmer mantel

ich kann alles vergessen und alles fällt von mir ab

alle sorgen, all der kummer, all die marternden gedanken

ohne zutun scheine ich befreit und unbeschwert

in momenten wie diesen und sind sie auch noch so kurz, blicke ich gen himmel und habe teil

ich nehme teil an etwas unfassbar großem und unergründlichem

das universum in seiner allumfassenden und klaren erscheinung

keine fragen, keine gedanken, keine sorgen

absolut nichts

nur die unendlichkeit und ich

es gibt nur mich

nur mich und den mond

nur mich und unzählige sterne am himmel, die so strahlend und klar vom himmel leuchten, dass man in verheißung kommt sie zu zählen

man wagt es aber dann doch nicht

wie augen eines wunderschönen antlitzes funkeln sie mich an

wie die klarsten bäche wachen sie über mich

wir essen einander satt

von angesicht zu angesicht stehen wir uns gegenüber

nichts muss gesagt werden

ein moment der vollkommenheit

die sanfte stille zerfetzt meine sinne wie eine scharfe bombe

in momenten wie diesen wird mir klar wie unbedeutend alles bedeutende doch ist

wie klein der mensch ist, der glaubt ganz groß zu sein

wie klein seine macht und wie klein sein schicksal

unter dieser leuchtenden decke sind wir alle gleich. sind wir alle ein teil eines ganzen. nur für diesen moment.

für diesen einen moment. steht alles still.

die erde hat aufgehört sich zu drehen.

in momenten wie diesen setzt mein herz aus und mein atem bleibt stehen.

in momenten wie diesen kann eine bombe explodieren und nichts geschieht.

nur der himmel brennt.

er brennt in uns allen

dann und nur dann habe ich das gefühl den sinn zu kennen

es gibt keine worte dafür stattdessen aber momente, um ausdruck dafür zu finden.

in momenten wie diesen kehre ich zurück zu allem ursprünglichem

ursprung des seins

nur der himmel. der brennt.


Dienstag, 6. April 2010

und dennoch


ich bin dein fleisch

dein blut


machstruktur


dennoch verletzten

wir uns

gegenseitig ungewollt


beziehungsverhältnis


bedürfnisse dieselben

sind

wege ganz anders


mutter

teilen geschichte

tochter

nicht die gedanken


agieren

regieren

reagieren

Montag, 5. April 2010

und ausgerechnet diese distanz ermöglicht es mir euch diese zeilen zu widmen

getrennt sind unsere wege

entferne mich zusehends von euch

distanziert stehen wir uns schweigend gegenüber

meine gedanken sind die eure

nicht mehr

mein leben ist nun ein anderes geworden

getrennt sind unsere wege

wie gern würde ich euch sagen wie viel ihr mir bedeutet

aber

ich kann nicht

gebunden sind meine gefühle

in mir

verborgen

möchte sagen

ich bin

frucht eurer saat

ernte eurer felder liebe

euresgleichen

fleisch und blut

getrennt sind unsere wege

schon lange

möchte schreien

ihr seid

mein handeln

mein tun

meine kraft

meine wurzeln

mein sein